Rauchen und Rauchen lassen

Aussendung der aktiven Gruppen des Block West

 

Vor fast einem Jahr gingen wir beim Thema Pyrotechnik einen Kompromiss ein. Bengalische Fackeln werden von uns seitdem bei Heimspielen des SK Rapid nur mehr in gekennzeichneten Pyrozonen abgebrannt. Das Ganze passiert unter strengen Auflagen und ist Dank langwieriger gemeinsamer Anstrengungen vieler Beteiligter legal möglich. Nun soll diese Ausnahmegenehmigung nicht länger möglich bleiben.

 

Mit diesem Kompromiss beschränken wir uns als Fanszene in gewisser Weise selbst, denn durch die restriktiven Vorgaben fühlt sich das Abbrennen von Fackeln oftmals inszeniert an. Emotionalität und Spontanität gehen dadurch verloren. Aus diesem Grund ist selbst die derzeitige Lösung aus unserer Sicht nicht perfekt; sie hat sich jedoch als praktikabel herausgestellt. Dem SK Rapid blieben dadurch in dieser Saison Verbandsstrafen in sechsstelliger Höhe erspart und für Fans bietet sich so die Möglichkeit, ihr Team stress- und straffrei mit Fackeln anzufeuern.

 

Wir haben ein Déjà-vu, denn immer noch sitzen einige Politiker und Beamte dem Irrglauben auf, sie könnten Pyrotechnik aus den Stadien verbannen. Ohne es zu wollen, werden wir so neuerlich gezwungen, uns mit Parteipolitik zu befassen, und das obwohl wir doch noch gar keine Rapid-Partei gegründet haben.

 

Seit Jahrzehnten haben sich unterschiedliche Regierungen in irgendeiner Form an Fußballfans abgearbeitet – zumeist mit neuen Gesetzen und Repression und stets erfolglos. Es stellte sich daher nicht die Frage, ob sich die derzeit an der Macht befindliche Law & Order-Fraktion auf die Fanszenen einschießt, sondern bloß wann und in welcher Form.

 

Gleich bei der ersten sich bietenden Gelegenheit meldeten sich diesbezüglich ÖVP-Sicherheitssprecher Werner Amon und ÖVP-Polizeisprecher Karl Mahrer populistisch zu Wort: Die Ereignisse beim vom Schiedsrichter unterbrochenen Derby hätten gezeigt, „dass es bei Übergriffen von Fußball-Hooligans dringenden Handlungsbedarf mit klaren Konsequenzen gebe.“ Daher solle die Ausnahmebestimmung im Pyrotechnikgesetz wegfallen, erklärt Mahrer. Eine klassische Themenverfehlung, denn eigentlich drehte sich die Diskussion keineswegs um Pyro, sondern um auf das Spielfeld geworfene Bierbecher und Feuerzeuge (das sind die Hilfsmittel, mit denen sich die Gäste beim Wirten die Tschik anzünden).

 

Richtig heuchlerisch wird es allerdings, wenn ein Ende der funktionierenden Ausnahmegenehmigungen vom FPÖ-geführten Innenministerium mit „akuten toxischen Wirkungen“ und „krebserregenden Folgen“ begründet wird. Wohlgemerkt verteidigen dieselben Parteien derzeit das Rauchen in geschlossenen Räumen – trotz allseits bekannter Gesundheitsschäden – als „Teil der Selbstbestimmung“. Eine solche Dreistigkeit würde sich nicht einmal die selbstbewusste und als infam geltende Hütteldorfer Fanszene erlauben. Und wer uns kennt, der weiß, dass wir schon mal lieber auf eine aufsehenerregende Provokation setzen, anstatt jedes unserer Anliegen sachlich zu argumentieren. Es gibt dabei aber einen großen Unterschied: Wir verwenden diese bloß als Stilmittel unserer Fankultur und regieren kein Land (zumindest nicht im wörtlichen Sinn).

 

Es ist rührend, dass sich das Innenministerium und Polizisten wie ein Herr Mahrer nun um die Gesundheit von Fußballfans sorgen. Ernst nehmen können wir so ein niederträchtiges Gerede über Sicherheit und Gesundheit jedoch nicht.  Alt werden wir außerdem sowieso nicht, denn der Ärger über die chronische Erfolglosigkeit Rapids ist sicherlich schädlicher als der inhalierte Rauch tausender Fackeln.

 

Eines ist jedenfalls gewiss: Pyrotechnik wird weiterhin Teil der Fankultur in Österreichs Stadien bleiben! Ob legal und kontrolliert oder illegal und unkontrolliert entscheiden andere.

 

Rauchen und Rauchen lassen

Aussendung der aktiven Gruppen des Block West

 

Vor fast einem Jahr gingen wir beim Thema Pyrotechnik einen Kompromiss ein. Bengalische Fackeln werden von uns seitdem bei Heimspielen des SK Rapid nur mehr in gekennzeichneten Pyrozonen abgebrannt. Das Ganze passiert unter strengen Auflagen und ist Dank langwieriger gemeinsamer Anstrengungen vieler Beteiligter legal möglich. Nun soll diese Ausnahmegenehmigung nicht länger möglich bleiben.

 

Mit diesem Kompromiss beschränken wir uns als Fanszene in gewisser Weise selbst, denn durch die restriktiven Vorgaben fühlt sich das Abbrennen von Fackeln oftmals inszeniert an. Emotionalität und Spontanität gehen dadurch verloren. Aus diesem Grund ist selbst die derzeitige Lösung aus unserer Sicht nicht perfekt; sie hat sich jedoch als praktikabel herausgestellt. Dem SK Rapid blieben dadurch in dieser Saison Verbandsstrafen in sechsstelliger Höhe erspart und für Fans bietet sich so die Möglichkeit, ihr Team stress- und straffrei mit Fackeln anzufeuern.

 

Wir haben ein Déjà-vu, denn immer noch sitzen einige Politiker und Beamte dem Irrglauben auf, sie könnten Pyrotechnik aus den Stadien verbannen. Ohne es zu wollen, werden wir so neuerlich gezwungen, uns mit Parteipolitik zu befassen, und das obwohl wir doch noch gar keine Rapid-Partei gegründet haben.

 

Seit Jahrzehnten haben sich unterschiedliche Regierungen in irgendeiner Form an Fußballfans abgearbeitet – zumeist mit neuen Gesetzen und Repression und stets erfolglos. Es stellte sich daher nicht die Frage, ob sich die derzeit an der Macht befindliche Law & Order-Fraktion auf die Fanszenen einschießt, sondern bloß wann und in welcher Form.

 

Gleich bei der ersten sich bietenden Gelegenheit meldeten sich diesbezüglich ÖVP-Sicherheitssprecher Werner Amon und ÖVP-Polizeisprecher Karl Mahrer populistisch zu Wort: Die Ereignisse beim vom Schiedsrichter unterbrochenen Derby hätten gezeigt, „dass es bei Übergriffen von Fußball-Hooligans dringenden Handlungsbedarf mit klaren Konsequenzen gebe.“ Daher solle die Ausnahmebestimmung im Pyrotechnikgesetz wegfallen, erklärt Mahrer. Eine klassische Themenverfehlung, denn eigentlich drehte sich die Diskussion keineswegs um Pyro, sondern um auf das Spielfeld geworfene Bierbecher und Feuerzeuge (das sind die Hilfsmittel, mit denen sich die Gäste beim Wirten die Tschik anzünden).

 

Richtig heuchlerisch wird es allerdings, wenn ein Ende der funktionierenden Ausnahmegenehmigungen vom FPÖ-geführten Innenministerium mit „akuten toxischen Wirkungen“ und „krebserregenden Folgen“ begründet wird. Wohlgemerkt verteidigen dieselben Parteien derzeit das Rauchen in geschlossenen Räumen – trotz allseits bekannter Gesundheitsschäden – als „Teil der Selbstbestimmung“. Eine solche Dreistigkeit würde sich nicht einmal die selbstbewusste und als infam geltende Hütteldorfer Fanszene erlauben. Und wer uns kennt, der weiß, dass wir schon mal lieber auf eine aufsehenerregende Provokation setzen, anstatt jedes unserer Anliegen sachlich zu argumentieren. Es gibt dabei aber einen großen Unterschied: Wir verwenden diese bloß als Stilmittel unserer Fankultur und regieren kein Land (zumindest nicht im wörtlichen Sinn).

 

Es ist rührend, dass sich das Innenministerium und Polizisten wie ein Herr Mahrer nun um die Gesundheit von Fußballfans sorgen. Ernst nehmen können wir so ein niederträchtiges Gerede über Sicherheit und Gesundheit jedoch nicht.  Alt werden wir außerdem sowieso nicht, denn der Ärger über die chronische Erfolglosigkeit Rapids ist sicherlich schädlicher als der inhalierte Rauch tausender Fackeln.

 

Eines ist jedenfalls gewiss: Pyrotechnik wird weiterhin Teil der Fankultur in Österreichs Stadien bleiben! Ob legal und kontrolliert oder illegal und unkontrolliert entscheiden andere.